Nach dem Abriss des Kernkraftwerk Gundremmingen und der ersten Hälfte der Gänstorbrücke im vergangenen Jahr gab es schon wieder einen spektakulären Abriss zu dokumentieren: Den der Wallstraßenbrücke, die seit den 1960er-Jahren das Blaubeurer Tor und eine Eisenbahnstrecke überspannt. Dieser Abriss war auch deshalb so spektakulär, weil dafür ein kolossaler Kran nötig war, mit dem die herausgesägten Spannbetonteile Stück für Stück auf die Seite bugsiert wurden.
Auch die Jahnhalle am Donaustadion fiel in dieser Zeit der Spitzhacke zum Opfer. Obgleich die Halle über Jahrzehnte ein Anlaufpunkt für Sportler*innen und Fußballfans war, gab es bis zur Bekanntgabe der Schließung noch gar keine Fotos von ihr auf Wikimedia Commons. Das haben wir im letzten Herbst just in time noch behoben, so dass jetzt wenigstens einige Fotos von vor dem Abriss und Luftaufnahmen des abgebrochenen Gebäudes auf Commons zu finden sind!
Die Jahnhalle war Ende Februar bereits dem Erdboden gleich gemacht, nur noch Reste der ehemaligen Gastwirtschaft sind zu sehen. via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Neben dieser dokumentarischen Arbeit fand wie gewohnt unser regelmäßiges Programm für die Öffentlichkeit statt: Je zwei Mal waren das Elektroniklabor für Lötlabor und The Things Network sowie die Werkstätten für den Maker Monday geöffnet. Ebenfalls zwei Mal fand der Open Data Monday mit allem rund um offene Daten und Freies Wissen statt. Um Freies Wissen drehte es sich auch beim OpenStreetMap-Treffen im Februar – parallel trafen sich wieder Interessierte bei RAD-ikal technisch, um mit OpenStreetMap- und weiteren offenen Daten die Radverkehrsqualität in der Doppelstadt automatisiert bewerten zu können.
Auch mit Mobilitätsbezug, aber bislang als Einzelveranstaltung fand im Februar ein Austauschabend für Eisenbahninteressierte statt. Vier Mal traf sich die sportliche IT-Sicherheits-Interessengruppe von CTF/PPP, und je einmal fanden das monatliche Nähcafé und das Jugend hackt Lab statt.
Im Februar ging zudem die Planung für das erste Barcamp Neu-Ulm in die heiße Phase – dazu hier bald mehr :)
Ein neues Jahr hat begonnen – das vierte im ehemaligen Sport-Sohn-Gebäude und leider auch das letzte, das wir in der Augsburger Straße in Neu-Ulm verbringen können. Wir besichtigen nach wie vor neue Räume, in die wir mit der „WG“ aus Haus der Nachhaltigkeit und temporärhaus nach dem Ende der Zwischennutzung ziehen können und freuen uns über Hinweise auf Objekte!
Wie beinahe jedes Jahr begann 2026 mit großen Auspack- und Einräumaktionen. Wie im Dezemberrückblick berichtet, waren wir mit viel Material, Kunst und Krempel auf dem 39. Chaos Communication Congress in Hamburg, und in den ersten Januarwochen und gemeinsamen Arbeitsabenden haben wir all das mitgenommene Material wieder aus unzähligen Transportboxen an seine ursprünglichen Orte verfrachtet. Und weil „nach dem Congress“ auch gleichzeitig „vor dem nächsten Congress“ bedeutet, haben wir uns auch bereits im Januar mit allen Beteiligten ausgetauscht, was wir bei der 40. Ausgabe des Congress machen könnten.
Nur eins von vielen historischen Kommunikationsgeräten in unserem Fundus, die wir nach und nach für Wikimedia Commons fotografieren: Ein BTX-Terminal Multitel-D, CC BY-SA 4.0
Weil wir sowohl Fans von Freiem Wissen als auch von Basketball unter unseren Aktiven haben, tragen wir nach und nach dazu bei, Wikipedia-Artikel von Basketballspielern zu bebildern. Hier ein Spiel zwischen OrangeAcademy und BBC Coburg, Foto von Felix, CC BY-SA 4.0
Aber nicht nur die ehrenamtlich Aktiven rund um Wikipedia haben im Januar Abbildungen unter Freier Lizenz mit der Welt geteilt, auch das Stadtarchiv Ulm hat ganz offiziell Bestände aus seinem Schatz geteilt! Anlässlich des 25. Geburtstag der Wikipedia hat die neue Archivleiterin Dr. Antje Diener-Staeckling nicht nur einen Gruß verfasst, sondern auch 25 Digitalisate aus dem Archivbestand unter Creative-Commons-Lizenz zur freien Weiterverwendung lizenziert und darüber auch gebloggt. Das freut uns auch deshalb, weil wir uns seit unserer Gründung dafür einsetzen, dass Dokumente im Besitz öffentlicher Stellen wann immer möglich unter Freier Lizenz veröffentlicht werden – so können sie zum Wissen der gesamten Welt beitragen! Wie das Glamorous-Tool zeigt,, werden die Darstellungen auch bereits in vielen Artikeln verwendet, beispielsweise in dem des Humboldt-Gymnasiums (siehe Titelbild), der Herdbrücke oder der Straßenbahn Ulm. Vielen herzlichen Dank für dieses tolle Geschenk! Diese Aktion war auch nicht die einzige im 25.-Geburtstags-Jahr der Wikipedia. Auf der Projektseite 25 Jahre Wikipedia werden im Lauf des Jahres weitere Aktionen angekündigt werden.
Mal ne ganz andere Deko: Dinge mit Blattgold vergolden. Geht. Eine von vielen Sachen, die man bei uns lernen kann.
Parallel ging es – mit Ausnahme des Feiertags am 1. Januar – auch direkt mit unserem gewohnten Programm weiter: Den Auftakt machten das Nähcafé und das erste von vier Treffen der CTF/PPP-Gruppe. Je zwei Mal war das Haus für den Open-Data-Montag und die TTN/LoRaWAN- und Elektroniklabor-Abende geöffnet. Feiertagsbedingt nur einmal waren Fablab und Werkstätten für den Maker Monday geöffnet, und wie jeden Monat trafen sich je einmal RAD-ikal technisch und die OpenStreetMap-Aktiven. Zudem konnten Interessierte beim Mixed-Media-Kunstworkshop lernen, Gegenstände zu vergolden.
Über allen Aktivitäten, auch mit dem Haus der Nachhaltigkeit, schwebt aber wie immer der Gedanke: Wenn, dann vergolden wir Dinge nur zu künstlerischen Zwecken. Im Vordergrund steht, unsere Doppelstadt zu einem tolleren Ort zu machen, in dem mehr Dinge von Allen genutzt werden können. Falls Du Dich auch dafür einsetzen möchtest, schau gerne mal rein!
Zum Jahresende 2025 wurde ein weiterer ein Meilenstein in unserer Hausfotografie erreicht:
Nachdem wir bereits im August die tausendste Aufnahme auf Wikimedia Commons verkünden konnten, wurde nun zusätzlich zum Jahresende 2025 das tausendste Bild von unserer Hauskamera innerhalb eines Jahres unter Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht.
So wurde dieses Jahr unter anderem der Abriss der Gänstorbrücke und der Kühltürme in Gundremmingen dokumentiert. Auch der “Lebendige Kreuzweg” in Ulm und Neu-Ulm wurde fotografisch festgehalten, ebenso wie das deutsche Musikfest, das 2025 in Ulm zu Gast war. Neben Fotos verschiedenster weiterer Veranstaltungen und Objekten haben wir das Jahr mit den allerersten überhaupt unter Freier Lizenz veröffentlichten Fotos vom mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Neu-Ulm abgeschlossen.
Und auch in diesem Monat haben wir wieder Spieler der 2. Basketball Bundesliga ProB in der Orange Academy fotografiert, um nach und nach die verschiedenen Mannschaften in Wikimedia Commons festzuhalten.
So wie auch das Titelbild des Monatsberichtes ist dieses Bild eines der ersten, das den Weihnachtsmarkt Neu-Ulm auf Wikimedia Commons zeigt.
Natürlich waren wir dieses Jahr auch wieder auf dem Chaos Community Congress (39C3) vertreten. Im Free Knowledge Hub informierten wir zusammen mit Wikimedia, CodeForGermany und FragDenStaat über freies Wissen.
Nebenbei gab es einen Teil unseres umfangreichen Maschinenparks sowie diverse Projekte aus dem temporärhaus zu bewundern.
Eli hatte sich im Vorfeld des Congress’ schwer ins Zeug gelegt und in stundenlanger Handarbeit eine mehrlagige Stempelvorlage erstellt, mit welcher verschiedenfarbige Postkartenmotive gedruckt werden konnten. Eines der Ergebnisse könnt ihr auf unserem Mastodon-Kanal bewundern.
Um freies Wissen ging es auch hier lokal bei einem ersten Kennenlern-Treffen mit Menschen aus dem Stadtarchiv Neu-Ulm. Es gibt beispielsweise die Idee, gemeinsam eine Retrospektive der Augsburger Straße 23-25 (unser aktuelles Zuhause) zu erstellen und die Veränderungen im Lauf der Zeit zu präsentieren. Außerdem haben wir das Angebot für eine Führung durch das Stadtarchiv bekommen. Wir sind gespannt, was für spannende Projekte sich daraus in Zukunft noch entwickeln werden.
Im Rest des Monats war im Haus zusätzlich einiges los. Zweimal fand der Open Data Monday statt und unsere TTN/LoRaWAN-Gruppe sowie die CTF/PPP-Gruppe trafen sich ebenso jeweils an zwei Tagen. Außerdem fanden sich während des 39C3 einige Menschen im Haus zusammen, um gemeinsam Livestreams der Vorträge zu schauen. Das Nähcafé öffnete einmal seine Türen und unsere Kooperation mit dem ADFC Ulm wurde mit einem Termin von “RAD-ikal technisch” fortgeführt. Zu guter Letzt war der letzte MakerMonday im Jahr ein voller Erfolg und konnte mit 38 Besuchern viele Menschen begeistern.
Historische Hardware beim MakerMonday: Ein C64 wurde mittels Mikrocontroller mit dem Internet verbunden und ist nun in der Lage, Online-Karten anzuzeigen.
Zum Jahresabschluss gab es außerdem gute Nachrichten: Unsere Förderung von Wikimedia Deutschland wurde auch in 2026 verlängert. So können wir weiterhin als lokaler Raum unseren Beitrag zu freiem Zugang zu Wissen und Werkzeug leisten. Vielen herzlichen Dank an Wikimedia Deutschland!
Ebenso einen Dank an all die Menschen vor und hinter den Kulissen des Hausis, die uns aktiv (durch ehrenamtliche Arbeit) oder passiv (z.B. durch Spenden) unterstützen. Ohne euch wäre das alles nicht möglich!
PS: Wir sind immer noch auf der Suche nach einer neuen Immobilie, ab allerspätestens Ende 2026. Solltet ihr jemand kennen, der jemand kennt, … ihr wisst schon …, dann gebt bitte Bescheid, damit wir auch in Zukunft unsere tollen Aktivitäten weiter führen können!
Glühwein in der Hand, Lebkuchen im Bauch. Es ist wieder Zeit für den Monatsbericht aus dem temporärhaus. Vor-Weihnachtsedition. Let’s go!
Haussuche – Ende 2026 müssen wir umziehen
Wie vielleicht schon bekannt, sind wir auf der Suche nach neuen Räumen für unsere beiden Vereine, wenn wir Ende 2026 aus der aktuellen Zwischennutzung ausziehen müssen.
Ein gemeinsames Team aus Mitgliedern des Hauses der Nachhaltigkeit sowie dem temporärhaus sind aktiv auf der Suche nach einem passenden Gebäude im Stadtgebiet Neu-Ulm oder Ulm, in dem wir wieder gemeinsam unsere breit gefächerten Aktivitäten weiter führen können. Bisher wurde schon die ein oder andere Immobilie angeschaut, aber auch viel geplant, gesprochen, vernetzt oder geworben.
Bisher war noch kein perfekter neuer Ort dabei, obwohl uns allen klar ist, dass es die perfekte Location nicht gibt.
Unsere groben Anforderungen für beide Vereine sind:
Ab 700 qm, besser mehr.
Langfristige Vermietung (10 Jahre plus)
Barrierefreiheit (am besten ebenerdig)
Ein größerer Vortragsraum für Veranstaltungen
Holzwerkstatt, Werkstätten und Elektrolabore (Betrieb abends)
24/7 Zugang
Sinnvolle Aufteilung möglich
Sinnvoll energetisch heizbar
Mehr Informationen zur Suche sowie unsere Anforderungen im Detail findet man auf dieser separaten Unterseite:
https://temporaerhaus.de/umzug/
Über Hinweise und Tips für geeignete Immobilien würden wir uns freuen.
GYSD: Get your shit done-Wochenende
TeilnehmerInnen am GYSD Wochenende im temporärhaus. Mit starkem Pulli.
Wer kennt’s nicht: Die angefangenen Projekte stapeln sich in der Ecke, aber nichts wird fertig und man hat schon wieder drei andere Dinge angefangen.
Aus diesem Grund haben wir, mit Jana als Initiator und Ideengeberin, ein Wochenende genau dafür veranstaltet: Bringe deine offenen Projekte zu Ende. An einem langen Wochenende, mit anderen zusammen. Mit kühlen Getränken und leckerer Verpflegung.
Um die 25 Personen haben das gesamte Wochenende über gebaut, gesägt, gelötet und getöpfert. Und es hat vor allem eins: Sehr viel Spaß gemacht, und vieles ist endlich fertig geworden.
Auch im Lötlabor wurde gebastelt und Dinge erledigt. Und gegessen.
Zu Gast bei der Mitgliederversammlung des Verbunds der offenen Werkstätten
Mitgliederversammlung des Verbunds offener Werkstätten. Das Beamerbild sieht wie selbstgebaut aus.
Als temporärhaus e.V. sind wir seit vielen Jahren auch Mitglied im Verbund offener Werkstätten, der sich zur Aufgabe gemacht hat, offene Werkstätten zu stärken und die Mitglieder untereinander zu vernetzen
Mitte November fand dort die jährliche Mitgliederversammlung statt, was dieses Jahr als dreitägiges Wintercamp-Event im Tinkertank in Ludwigsburg durchgeführt wurde. Vom temporärhaus war Eli dabei und hat an drei Tagen tolles von den Barcamps und dem Tinkertank berichtet, sowie natürlich die ganzen tollen Menschen der anderen offenen Werkstätten getroffen.
Mehr Informationen zum VOW findet man auch in deren tollem Jahresbericht 2025.
Jugendbasketball fotografiert - Unter freier Lizenz
Als Lokaler Raum von Wikimedia Deutschland sind wir immer unterwegs, um Stadtgeschichte sowie auch Alltägliches für die Zukunft festzuhalten. Ein einfaches Foto hat vielleicht in 50 Jahren eine Relevanz, an die man heute noch gar nicht denkt.
Thomas und Felix sind deswegen seit ein paar Monaten im Jugendbasketball unterwegs und fotografieren aktuelle und kommende Talente der Region und darüber hinaus. So auch die Heimspiel der Orange Academy gegen die Ahorn Camp Baskets am 02. November sowie gegen die BG Hessing Leitershofen am 14. November. Der Basketballstandort Ulm bietet sich dafür besonders an: Mit ratiopharm ulm ist der Deutsche Meister 2023 vor Ort, sowie mit dem Orange Campus eines der bekanntesten Ausbildungs- und Trainingszentren Europas an der Donau beheimatet.
Und alle Fotos sind natürlich unter freier Lizenz und via Wikimedia Commons abrufbar, damit in Folge Wikipedia-Artikel oder Wikidata-Objekte damit bebildert und verknüpft werden können.
Vielleicht der nächste Nowitzki im Bild: Orange Academy gegen die BG Hessing Leitershofen - via Wiki Commons.
Na sowas, da ist schon wieder November. Zeit für den ersten Glühwein und die ersten Lebkuchen. Alternativ, oder vielleicht sogar alles zusammen, den Monatsrückblick Oktober des temporärhauses. Wir gehen rein.
Der Oktober startete mit einem jährlichen Highlight in der Welt des freien Wissens: Die Wikicon 2025, dieses Jahr im Kongresshotel Potsdam.
Aus unserer Runde waren dieses Mal fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort, die an drei Konferenztagen das umfangreiche Programm und die tollen Sessions besuchten. Und sogar zwei Programmpunkte selbst angeboten haben: Der Wikifunctions Vortrag von Tim sowie einen Überblick über unsere Aktivitäten im temporärhaus als einer von sechs Lokalen Räumen von Wikimedia.
Besonders spannend sind an solchen Events natürlich auch immer die zahlreichen Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Personen und Projekten. So haben wir z. B. an mehreren Sessions zum Stolperstein-Projekt teilgenommen, aber auch zu Themen wie dem Quality Cycling Index, welches wir zusammen mit dem ADFC für Neu-Ulm und Ulm aufgesetzt haben, konnte sich mit den Machern dahinter ausgetauscht werden.
Erste-Hilfe-Kurs im temporärhaus
Durch unsere Förderung von Wikimedia entstehen auch immer wieder Möglichkeiten, sich über das Digitale hinaus weiterzubilden. So konnten wir einen Erste-Hilfe-Kurs vom Bayerischen Roten-Kreuz organisieren, an dem 13 Vereinsmitglieder von tph und HdN teilgenommen haben.
Los ging es am Samstagmorgen mit mehreren Runden Theorie, bis es am Nachmittag in die klassische Praxis mit Herzmassage und Beatmung überging. Und mit Verbandsmaterial durfte auch experimentiert werden.
TeilnehmerInnen am Erste-Hilfe-Kurs mit durchaus hübschen Verbänden.
Kleidertausch im Oktober 2025
Nach dem letzten Mal im April vor einem halben Jahr war es wieder so weit: Auch im Oktober veranstaltete das Haus der Nachhaltigkeit, die Hochschulgruppe Nachhaltigkeit, Greenpeace Ulm/Neu-Ulm und das temporärhaus zusammen einen Kleidertausch in unseren Räumen.
Dieses Mal durften wir über den Tag verteilt insgesamt 257 Gäste im Haus begrüßen. Das freut uns sehr!
Kleidertausch im Oktober 2025. Zu sehen nur ein Bruchteil der 257 Gäste.
13. Geburtstag von Wikidata
Wie schon im letzten Jahr hat die OpenData-Gruppe wieder die Gelegenheit genutzt, den 13. Geburtstag von Wikidata in kleiner Runde zu feiern. Es gab Kuchen und Besuch von befreundeten Wikidata-ianern aus München.
Aktuell bearbeitet die Gruppe diverse Themen wie z. B. das schon genannte Wikidata-Stolperstein-Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, alle Stolpersteine in Ulm als Wikidata- und Commons Objekte zu erfassen und mit allen nötigen und vorhandenen Metadata auszustatten.
Sprengung der Kühltürme am AKW Gundremmingen
Nicht weit von Ulm entfernt, und bei gutem Wetter und leicht erhöhter Lage auch manchmal sichtbar, steht das mittlerweile stillgelegte Atomkraftwerk Gundremmingen. Und für den 25.10. war eine ganz besondere Aktion angekündigt: Die Sprengung der beiden weit sichtbaren Kühltürme.
Die Türme vor dem Knall. Und vor dem Regen.
Laut Presse hat das Ereignis ca. 30.000 Personen angezogen, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollten. So auch Ehrenamtliche aus dem temporärhaus, die für Commons Aufnahmen davon festhalten wollten. Vor allem per Drohne, mit der wir schon viele tolle Aufnahmen gemacht haben.
Nur leider hat uns das Wetter einen Strich durch die (Flug-)Rechnung gemacht. Es regnete stark 15 Minuten vor, bis 15 Minuten nach der Sprengung, sodass wir bedauerlicherweise bei Regen nicht starten konnten. Daher reichte es nur für eine Danach-Aufnahme ca. 1 Stunde nach der Sprengung.
Sicht von Südwesten auf das AKW nach der Sprengung. Die Sonne kam dann natürlich raus.
Und ansonsten war auch wieder ganz viel los
Und natürlich hatten wir wieder viele Besucher und viel Spaß mit unserem Regelprogramm. Bei der ADFC-tph-Kooperation “radikal-technisch” wurde über den CQI-Index sowie Visualisierungen von lebenswerten Innenstädten diskutiert, beim Nähcafé wurde natürlich wieder genäht und upcycled, und beim CTF/PPP Treffen wurde gehackt…äh, sicherheitsgeforscht. Und der gute alte Makermonday war wie immer einer unserer beliebtesten Abende der Woche. Das freut uns doch.
Die LoRaWAN Gruppe macht derweil gute Fortschritte beim Projekt “Klima Node”, das schon eine ganze Weile vor sich hin köchelt und Anfang 2026 vielleicht wirklich mal konkreter wird.
Ein paar Nodes der ersten Charge der Klimanode des tph.
Der September stand bei uns natürlich ganz im Zeichen der Kulturnacht – das ist Jahr für Jahr die Gelegenheit, an dem wir gemeinsam mit unseren Mitbewohner*innen vom Haus der Nachhaltigkeit unsere gemeinsamen Räume als Treffpunkt, Bühne und Ort zum Stöbern für alle Besucher*innen dieses Events öffnen.
Druckworkshop beim Kinder- und Jugendangebot des Jugend hackt Lab bei der Kulturnacht
Bereits am frühen Nachmittag ging es mit einer Sonderausgabe des Jugend hackt Lab los: Kinder und Jugendliche konnten Baugruppen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen löten oder sich im Druckworkshop an Linoldruck und Blockface-Stempeldruck üben.
Die Nachfrage war dabei so groß, dass sich zwischenzeitlich sogar Warteschlangen bildeten und wir kurzfristig zusätzliche Mentor*innen auftreiben mussten!
The Bombs sorgten ab 21 Uhr für Stimmung im Saal
Später hatte das HdN für die Bühne Improtheater und Livemusik organisiert, während bei uns Installationen mit GameBoy-Kameras, Fernseh-Störungsbildern, Ratespielen wie dem Wikidata-Guessr oder WikiTrivia und anderen Highlights zum Erkunden und Stöbern einluden.
Während der ganzen Zeit gab es Essen und Getränke im Eingangsbereich und die Möglichkeit, die Möglichkeiten in unseren Werkstätten gezeigt zu bekommen.
Einige Aufnahmen der Kulturnacht unter Freier Lizenz findet ihr auf Wikimedia Commons!
Egal ob Shaper-Fräse oder Kreissäge: Die Angebote der Werkstatt stießen den ganzen Abend lang auf Interesse
Auch abseits der Kulturnacht standen unsere Räume wieder an vielen Nachmittagen und Abenden offen: Drei MakerMondays mit geöffneten Werkstätten, das Nähcafé, zwei Open-Data-Mondays, zwei Abende rund um TTN und LoRaWAN mit offener Elektronikwerkstatt, vier Treffen der Capture-The-Flag/PPP-Gruppe, der OpenStreetMap-Stammtisch und ein Arbeitstreffen von RAD-ikal technisch standen im September auf dem Programm.
Neben dem Kulturnacht-Angebot gab es zudem nochmal ganz regulär eine Ausgabe des Jugend hackt Lab.
Und bei einem internen Hausabend trafen wir uns wieder einmal, um regelmäßige Orga-Aufgaben und geplante Projekte zu besprechen – diesmal natürlich vor allem die anstehende Kulturnacht.
Grüße aus Wülfrath!
Unsere Jugend-hackt-Lab-Mentor*innen waren vom 5.–7. September außerdem beim überregionalen Netzwerktreffen der Jugend-hackt-Orgateams in Wülfrath, wo sie sich mit den anderen Teams austauschten und mit neuen Ideen und Anregungen nach Hause zurückkehrten!
Als Temporärhaus hatten wir außerdem einen Beitrag bei der Herbstakademie an der Uni Ulm, wo wir für einen kritischen Umgang mit generativen KI-Systemen und den Unterschieden zu logikbasierten Systemen wie Wikidata warben.
Nur ein Teil der Ausbeute: Nitek war selbst etwas überrascht, wie viele und wie große LoRa-Antennen er da eingekauft hatte :D
Nebenbei entspann sich noch ein lustiges Seitenprojekt rund um das freie IoT-Netzwerk The Things Network (TTN): Seit 2016 beschäftigen wir uns mit Netzen und Geräten rund um die LoRa-Funktechnik und wollten eigentlich „nur mal schnell“ überlegen, wo wir im ländlichen Umland noch weitere Gateways aufstellen könnten.
Wie wir dann herausfanden, sind mittlerweile viele der – vor neun Jahren noch relativ teuren – dafür nötigen Komponenten mittlerweile günstig zu haben.
Nicht zuletzt, weil es parallel zu TTN das cryptowährungsbasierte Helium-Netzwerk gab und die früheren Betreiber*innen der dazugehörigen „Miner“ (also Gateways) ihre dafür angeschaffte Hardware nach dem anfänglichen Hype nun wieder abstoßen.
Und diese kann man nun einer sinnvolleren Verwendung mit TTN zuführen!
Einige spontane ebay- und Kleinanzeigen-Käufe später hatten ein paar unserer Aktiven mit zu wenig Impulskontrolle daher für wenig Geld ganze Kisten voller Antennen, Kabel und Boards für Gateways, die sie im Haus untereinander austauschen konnten – das Bild oben zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der „Beute“.
Erste „neue“ Gateways waren schon kurz darauf im Testbetrieb.
Upcycling mal anders, quasi!
Es war Ferien- und Urlaubszeit, deswegen ist dieser Rückblick im Telegrammstil – das heißt aber keinesfalls, dass im August nichts los war, im Gegenteil!
Nicht zuletzt bereiteten wir auch die Kulturnacht im September vor, wegen der dieser Rückblick auch im Beinahe-Fertig-Modus beinahe drei Wochen vor sich herumdümpelte 😅
Im August haben wir derweil gleich zwei Zielmarken überschritten:
Über 1000 mit unserer Hauskamera angefertigte Fotos und über 100 Fotos und Videos unserer Drohne haben wir mittlerweile auf Wikimedia Commons hochgeladen, so dass sie von der ganzen Welt wiederverwendet werden können.
Erste Schritte Anfang 2024, eigene Objektfotos wie im Lokal K herzustellen. Wir improvisieren immer noch, aber nicht mehr so schlimm wie auf diesem Foto!
2022 hatten wir erstmals Fotos unter Creative-Commons-Lizenz als Freie Kulturgüter mit unserer Hauskamera angefertigt und veröffentlicht.
Die Kamera war eigentlich für Videostreams gedacht, ist aber natürlich auch eine hervorragende Fotokamera, die wir gemeinsam nutzen können.
Seit 2024 gehen wir systematischer an die Fotografie und fangen aktuelle Ereignisse, Menschen mit Wikipedia-Artikel, Bau- und Naturdenkmäler und Studioaufnahmen von Objekten ein.
2024 konnten wir so bereits 349 Fotos veröffentlichen, und Anfang August 2025 war die Marke von insgesamt 1000 Fotos überschritten – Tendenz weiter steil steigend.
Seit Ende 2023 wird unsere Hauskamera von der Fotodrohne ergänzt, mit der wir im August die Marke von 100 veröffentlichten Fotos und Videos überschritten haben.
Die hundertste veröffentliche Mediendatei war eine der Aufnahmen von Ehinger Tor, Blautalcenter und Geschwister-Scholl-Schule.
Und selbst ohne weitere Fotoflüge wird diese Zahl weiter steigen, denn im Archiv lagen Ende August noch Aufnahmen für Wiki loves Monuments sowie Videoaufnahmen unter anderem von Baustellen, die noch für die Veröffentlichung fertig geschnitten werden mussten.
St. Peter und Paul in Oberelchingen, 2024 von looniverse mit der Hausdrohne fotografiert.
Wie immer fand im August auch das gewohnte öffentliche Programm statt, das wir ehrenamtlich und selbstbestimmt „aus der Stadtgesellschaft für die Stadtgesellschaft“ stemmen:
Je zwei Maker Mondays mit offenen Werkstätten und offenem FabLab, offene Elektroniklabore zum TTN-/LoRaWAN-Austauschabend, sowie Open-Data-Montage.
Zudem fanden vier Treffen der CTF/PPP-Gruppe statt, und je einmal die Angebote des Nähcafé, von RAD-ikal technisch, vom Jugend hackt Lab sowie der OpenStreetMap-Stammtisch der örtlichen Ehrenamtscommunity.
Unser offener Lastenradverleih wurde im Juli wieder viel genutzt.
Besonders aufgefallen sind in den Sommermonaten diverse Leihen für Hochzeiten!
Unsere Räder werden anscheinend gerne als Alternative zum klassichen Hochzeitsauto verwendet.
Das ist ein ebenso unerwarteter wie bemerkenswerter Einsatz, über den wir uns sehr gefreut haben!
Und auch die Hochschulgruppe für Nachhaltigkeit der Universität Ulm nutzte unser Rad für eine größere Müllsammelaktion, bei der die Gruppe im gesamten Stadtgebiet für eine saubere Umgebung sorgte.
Respekt für diesen Einsatz und vielen Dank an Hanna Werner, die uns von dieser Aktion das Titelbild dieses Rückblicks geliefert hat!
Ausnahmsweise werden hier nun keine Computerhardwareteile zerlegt, sondern ein sehr besonderes Lastenrad.
Unser Schwerlastrad Armadillo war wegen eines kompliziert zu behebenden Schadens eine Zeit lang ausgefallen.
Da ohnehin eine Rundum-Wartung angestanden wäre, funktionierte Matthias das Hackcenter im Juli zur Fahrradwerkstatt um und tauschte Ritzel, Bremsbeläge und Schaltöl, führte eine Grundreinigung durch und kontrollierte die Wartungs-Checkliste von oben nach unten und einmal zurück, so dass es nun wieder Einsatzbereit und im Verleih ist.
Ganz eigenes Brauchtum, das es nur in (Neu-)Ulm gibt, und dazu auch nur alle vier Jahre. Klar, dass wir das dokumentierten – die ersten Fotos auf Wikimedia Commons davon seit 2009!
Da bei uns kein Monat ohne Beschäftigung mit Freiem Wissen vergeht, war das natürlich auch im Juli so.
Neben dem Open-Data-Montag gab es einen Workshop im Rahmen der Schulprojekttage zu humanitärem Mapping in OpenStreetMap sowie eine gemeinsame Hydrantendokumentations-Aktion mit einer Feuerwehr im Landkreis – wir berichteten bereits.)
Und wie quasi jeden Monat waren wir zudem mit Hauskamera und Drohne unterwegs, um Dinge und Ereignisse in der Region festzuhalten und unter Freier Lizenz zu dokumentieren – beispielsweise das Fischerstechen 2025.
Ein fotografierter Blitz, um den Einfluss der anderen Blitze beim Fotografieren kennenzulernen.
Damit sich noch mehr unserer Aktiven mit der Kamera auskennen, gab es im Juli auch einen Erfahrungsaustausch-Workshop mit unserem sehr improvisierten Fotostudio: Wie beleuchtet man ein zu fotografierendes Objekt, wie funktioniert das mit Blende und Blitz-Leitzahl, und wie bedient man das doch manchmal etwas wackelige Studio, ohne dass man hinterher sieht, dass der Hintergrund die Rückseite eines alten Filmplakats ist :D
Eines der Projekte beim Open-Data-Montag – Datenpflege bei Wikidata.
Aber auch sonst war im Schnitt wieder beinahe an jedem zweiten Tag des Monats Programm bei uns zu erleben:
Ganze vier Mal traf sich die IT-Sicherheitsgruppe CTF/PPP, zwei Mal war das Elektroniklabor beim Treffen der LoRaWAN/TTN-Gruppe geöffnet, ebenfalls zwei Mal waren die Türen zum Open-Data-Montag geöffnet – einmal davon parallel mit dem Fotografie-Workshop für mehr freies Wissen.
Auch das Nähcafé, RAD-ikal technisch, der OpenStreetMap-Stammtisch und das Jugend hackt Lab fanden turnusgemäß statt.
Weil der andere Termin auf den Schwörmontag fiel, gab es im Juli nur einen offenen Werkstattabend des Maker Monday mit Fablab, Holz- und Metallwerkstatt – das wird hoffentlich durch den September wieder gut gemacht, in dem es drei passende Montage geben wird.
Neben einer ganzen Reihe weiterer interner Organisations- und Arbeitstermine trafen wir uns im Juli zudem zu einem gemeinsamen Hausabend für gemeinsame Ideenentwicklung und Absprachen.
Und nachdem uns die in den letzten Jahren immer häufiger werdenden Starkregenereignisse immer wieder unangenehme Folgen beschert hatten, haben wir im Juli in mehreren Arbeitseinsätzen diverse Fallrohre und Schlammeimer gereinigt und eine Quelle regelmäßiger Überschwemmungen mit Folien gesichert.
Manche Regenrinnen waren nämlich über die Jahre mehr zu bewachsenen Blumenkästen geworden, und in manchen Schlammeimern waren einige Jahre Missbrauch als Aschenbecher erkennbar, wodurch die Abläufe verstopft waren.
Die Reinigungsaktion scheint sich aber gelohnt zu haben: Nach den letzten Starkregen sieht es bislang so aus, als würde uns das die größten Kopfschmerzquellen aus der Welt schaffen!
Jetzt auch hochauflösend: Das Ulmer Zelt an einem Juniabend.
Die Fototour an der Wilhelmsburg war am Pfingstmontag quasi der Ersatz für den Maker Monday, der wegen des Feiertags ausfiel und somit im Juni nur einmal stattfand.
Ganz regulär gab es aber wieder drei Open-Data-Montage, zwei Treffen der TTN/LoRaWAN-Gruppe mit offenem Elektroniklabor, zwei Treffen der Capture-The-Flag-Gruppe CTF/PPP, den OpenStreetMap-Stammtisch, das Nähcafé und zudem wieder einen Cyanotypie-Workshop.
Eine ganze Reihe unserer Aktiven war zudem vom 19.–22. Juni bei der GPN23, der beinahe schon legendären CCC-Konferenz in Karlsruhe – und wie immer nicht „nur“ als Teilnehmende, sondern auch in verschiedenen Rollen als freiwillige Helfende und als Beitragende zum Programm. Auch den Christopher Street Day in Ulm und Neu-Ulm begleiten einige unserer Aktiven seit Jahren – dieses Jahr auch mit kleiner Fotodokumentation auf Wikimedia Commons.
Wir trotzen der Hitze – auch im Sommer ist so viel los bei uns, dass dieser Rückblick… etwas länger gedauert hat 😅 Neben dem gewohnten „normalen“ Programm gab es im Mai überraschend viele Sonderaktionen, die wir auflisten können.
Im Mai ist eine professionelle, mit LoRaWAN/The Things Network arbeitende Wetterstation zu uns gewandert, die seither auf dem Dach des SpoSo-Gebäudes Daten misst und mit der Welt teilt.
Wir haben diese Station und eine weitere Station im Tierpark aus dem mittlerweile beendeten KLUGA-Projekt übernommen, in dem der bei uns beheimatete ehrenamtliche Part der regionalen TTN-Gruppe Projektpartner war.
Alle Daten sind unter anderem über ein Dashboard abrufbar. In maschinenlesbarer Form können sie zudem derzeit aus dem Datenhub der Stadt Ulm abgerufen und wiederverwendet werden!
Alle Schaufenster blau beleuchtet – und das Matelight zeigt mecfs.de an
Im Mai lag auch der Aktionstag für die neurologische Multisystemerkrankung ME/CFS.
Dieses Krankheitsbild ist in der allgemeinen Öffentlichkeit immer noch nur bedingt bekannt, weswegen der Aktionstag jedes Jahr Aufmerksamkeit auf die Krankheit werfen soll.
Wir haben gemeinsam mit dem Haus der Nachhaltigkeit zum Aktionstag beigetragen, indem wir am 12. Mai alle Schaufenster des SpoSo-Gebäudes in blaues Licht getaucht haben.
Wer mehr über ME/CFS erfahren möchte, kann das unter anderem auf der Website der deutschen Gesellschaft für ME/CFS tun!
Ganz schön viel Baustelle. So sieht es gerade aus, wenn man durch den Bauzaun vor dem Haupteingang des Hauptbahnhofs durchspitzelt.
Der gesamte Monat war außerdem noch viel intensiver als sonst von Beiträgen zu Freiem Wissen geprägt.
Zum 1. Juni sollte der Wikipedia-Artikel zum Ulmer Hauptbahnhof prominent als Artikel des Tages auf der Wikipedia-Startseite platziert werden – denn am 1. Juni wurde der Hauptbahnhof offiziell als Bahnhof der Württembergischen Südbahn eröffnet.
Er feierte also am 1. Juni sein 175jähriges Jubiläum!
Das Empfangsgebäude des Hbf wurde zwar erst im Dezember 1850 fertig, aber das trifft ja ein wenig auch den jetzigen Zustand des Bahnhofs, der gerade komplett entkernt und saniert wird.
Und auch die Württembergische Ostbahn erreichte Ulm erst später im Juni 1850.
Vielleicht liegt es an diesen verschiedenen „Geburtstagen“, dass es eine offizielle Feier erst im September 2025 zum Tag der Schiene geben wird.
Dennoch: Am 1. Juni sollte der Wikipedia-Artikel prominent für alle zu sehen sein, aber die Fotos im Artikel waren schon etwas in die Jahre gekommen und zeigten den Hauptbahnhof teilweise noch im Gewand vor dem großen Umbau der letzten Jahre.
Kurzentschlossen machten sich Freiwillige von uns daher auf Bitte anderer Wikipedianer*innen mit Hauskamera und -Drohne auf, den Bilderbestand just in time für den 1.6. zu aktualisieren – was auch gerade noch zum Termin klappte.
…und da war schon nach zwei Tagen Abbruch die komplette Brückenmitte verschwunden!
Das war aber nicht die einzige Foto- und Freies-Wissen-Tour, für die Ehrenamtliche von uns im Mai unterwegs waren. Mit einer Woche Verspätung wurde Ende Mai die Westseite der Gänstorbrücke abgerissen, deren Gebrechen ab 2018 im zugehörigen Wikipedia-Artikel sich manchmal ein wenig wie Satire lesen. Den Abbruch wollten wir natürlich ebenfalls unbedingt festhalten, denn so ein Abbruch ist ja schon etwas sehr einmaliges – also jedenfalls, bis nach dem Neubau der Westseite irgendwann auch die Ostseite abgebrochen werden wird.
Egal ob auf dem Petrusplatz, auf der Insel, dem Judenhof oder ganz vielen anderen Orten: Überall wurde live Musik aufgeführt. So wie hier an der Adlerbastei direkt neben dem Berblingerturm.
Und als sei das alles nicht genug, gab es im Mai noch eine weitere „Brückenveranstaltung“: Das Deutsche Musikfest fand parallel zum Abbruch in beiden Städten statt, ausgerechnet unter dem Motto „Musik baut Brücken“.
Hunderte Musikkapellen waren auf vielen Plätzen und Bühnen in Neu-Ulm und Ulm zu sehen und zu hören und trotzten selbst dem Unwetter am Samstagabend und dem sporadischen Regen am Sonntag. Auch dies alles haben wir mit Hauskamera und -Drohne eingefangen – umso wichtiger, da es bis dahin noch gar keine Bebilderung des Musikfests unter Freier Lizenz gab!
(Ehren)amtliche Vermessungsarbeiten!
Dass wir das Know-How, wie wir Freies Wissen produzieren und teilen können, an die nächsten Generationen weitergeben, ist Teil unserer DNA: Seit dem ersten „Jugend hackt“ an der Uni Ulm vor 10 Jahren(!) vermitteln wir diese Werte an Kinder und Jugendliche. Damals wurde nicht nur der Grundstein für einen physischen Ort in der Stadt gelegt, sondern auch für unsere Nachwuchsarbeit!
Beim Jugend hackt Lab im Mai boten wir einen StreetComplete-Workshop darüber an, wie spielerisch die Qualität der Freien Weltkarte OpenStreetMap verbessert werden kann.
Nach einer Einführung von looniverse gingen wir mit den Jugendlichen auf Tour und suchten Challenges: Gemeinsam tasteten wir uns durch Eintragung von Öffnungszeiten von Geschäften und die Vermessung von Straßenbreiten an die App heran. Danach ging es in Teams auf die Jagd: Höhenbegrenzungen von Tiefgaragen, die Anzahl von Treppenstufen, barrierefreie Eingangsbereiche, Ampeln mit taktilen Markierungen und die Beleuchtung von Haltestellen sind nur ein paar der Dinge, die sich in OpenStreetMap eintragen lassen. Das hilft beispielsweise Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind. Und wenn solche Informationen in der OpenStreetMap verzeichnet sind und nicht nur in kommerziellen Kartendiensten, können diese Informationen auch frei für spezialisierte Anwendungen wiederverwendet werden.
Als Abschluss gab es Eis für alle Teilnehmenden – denn Engagement für Freies Wissen soll belohnt werden!
Nur einer von vielen Ordnern: Wer ist eigentlich dieser Bürgermeister Schiele? Stellt sich heraus, es sind gleich zwei. Nämlich Jakob und Johann Georg.
Was uns ganz besonders freut: Der Austausch mit der Stadt Neu-Ulm und anderen offiziellen Stellen in Ulm klappt immer besser! Neben Jugendarbeit und einem immer weiteren Communitywachstum war schließlich auch der Wissenstransfer in die Verwaltung hinein eine unserer Gründungsmotivationen.
Im Mai konnten wir beispielsweise unseren bestehenden Austausch mit Menschen aus der Stadtverwaltung zum aktuellen Hypethema „Künstliche Intelligenz“ fortsetzen. Wo eignen sich die aktuell für alles als Lösung vorgeschlagenen Chatbots überhaupt für öffentliche Aufgaben? Und an welchen Stellen können unsere Erfahrungen mit Linked Data und Wissensgraphen die für eine Verwaltung langfristig bessere Option sein? Wir sind total gespannt, wie der Austausch weitergeht und welchen Beitrag wir in die Diskussion einbringen können!
Und andersherum bekamen wir auch Input: Im Mai waren zwei Aktive von uns bei der Stadtverwaltung, um mehrere dicke Aktenordner voller Unterlagen zur Benamung von Straßen in der Stadt zu wälzen. Damit können wir nun nach und nach die letzten Fehlstellen in unserem gemeinsamen Projekt schließen, um die Informationen zu allen Straßen in der Doppelstadt als Wissensgraph in Wikidata und OpenStreetMap zu erfassen. Den aktuellen Stand für Neu-Ulm könnt ihr immer auf dieser Statusseite ansehen.
Nicht nur mit der Hauskamera, auch ganz klassisch mit Film fotografieren Menschen bei uns!
Und als wäre das alles nicht schon genug, stand auch noch das „ganz normale“, gewohnte Programm an. Je zweimal öffneten wir die Türen zum Open-Data-Montag, zum Maker Monday, zum Treffen der LoRaWAN/TTN-Gruppe mit offener Elektronikwerkstatt und zum IT-Sicherheitstreffen der CTF/PPP-Gruppe. Je einmal fanden die monatlichen Termine des Nähcafé und des OpenStreetMap-Stammtisch statt. Das Chaosseminar des CCC Ulm vermittelte den Stand der Forschung zu Mensch-Hirn-Interfaces, und als zusätzliches Angebot gab es im Mai erneut je eine Einführung ins Tonatelier und einen Workshop Analogfotografie. Alle Interessierten konnten außerdem an zwei Tagen Anfang Mai remote den Wikimedia-Hackathon in Istanbul mitverfolgen.
Dass wir uns im Mai auch wieder mit jeder Menge Hausmeisterei und einem internen Hausabend zur Koordination und Organisation beschäftigt haben, sei quasi nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Was ein Monat!