Mehr Druck – Der neue Bambu-3D-Drucker

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, in der wir einige unserer neuen, wertvollen Anschaffungen vorstellen möchten, die wir dank einer Förderung durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt umsetzen konnten.

Unsere Maker Mondays gehören zu den am meisten nachgefragten Angeboten unserer Hauses. 3D-Drucker, Lasercutter und Holzwerkzeuge gehören nicht zu den Dingen, die alle einfach so zuhause haben und wir freuen uns, mit unseren Geräten hier einen Bedarf bei den Menschen aus Neu-Ulm und Umgebung stillen zu können. Aus der letzten Förderung der DSEE konnten wir bereits einen Ultimaker 5 mit großem Bauraum und zwei Druckköpfen beschaffen – das war aber als Ergänzung zu den vorhandenen zwei Ultimakers gedacht, die von der Stadt beschafft wurden. Seit der Wiederaufnahme unseres Betriebs war dieser einzelne 3D-Drucker ein Flaschenhals: Wir haben laufend eine große Nachfrage nach 3D-Drucken, aber mit nur einem Drucker stauten sich die Besucher*innen und wir mussten viele Drucker über den Zeitraum bis zum nächsten Maker-Monday in die Druck-Warteschlange schicken.

Beispiel-Benchies aus dem 3D-Drucker: Wie sieht dieser Benchmark-Druck mit der jeweiligen Schichtdicke aus?

Um hier Abhilfe zu schaffen, haben wir durch die Förderung der DSEE einen weiteren 3D-Drucker bestellen können. Wir haben lange überlegt, welchen Drucker wir beschaffen wollen. Wichtig in einem Makespace ist das beste Verhältnis zwischen Wartungsaufwand zu Druckzeit und -umsetzung. Wer zuhause nur für sich druckt und kein Problem damit hat, den eigenen Drucker zu optimieren und anzupassen, liegt mit den auf dem Markt üblichen Bausätzen (meist Kopien eines Prusa-Modells) selten falsch. Die Crux liegt aber eben im notwendigen Feintuning des Bausatzes und meist auch dem Tausch sicherheitskritischer Komponenten, insbesondere bei manchen günstigen Bausätzen, die nicht von Prusa selbst kommen. Damit wir nicht zu viel Aufwand für die laufende Wartung und Fehlerkorrektur und gleichzeitig ein gutes Erlebnis beim 3D-Druck haben, war uns daher wichtig, einen zuverlässigen und schnellen Drucker zu haben, der für möglichst viele Nutzer*innen bei uns gut bedienbar ist.

Im Schnelldurchlauf: Ein 3D-Druck mit mehreren Farben

Als wir die Räume am Weinhof neu bezogen hatten, gab es diese Überlegungen auch schon. Damals hatten wir uns für Drucker aus der Ultimaker-Serie entschieden, die beim damaligen Stand der Technik viele unserer Kriterien (u.A. auch Druck über das Netzwerk) erfüllten. Mittlerweile hat sich der Markt aber deutlich weiterentwickelt. Bei der aktuellen Modellauswahl fiel unsere Wahl daher schnell auf den Bambu X1 Carbon.

Dieser Drucker bietet neben einer beeindruckenden Druckgeschwindigkeit (die auch unseren Ultimaker 5 deutlich in den Schatten stellt) und einem relativ großen Druckraum ein ganz besonderes Schmankerl: Das Automatische Materialsystem AMS. Das AMS bietet die Möglichkeit, innerhalb eines Drucks bis zu vier verschiedene Farben oder auch unterschiedliche Materialien zu verdrucken.

Tauscht automatisch verschiedene Filamente in verschiedenen Farben: Das AMS

Außerdem bietet der Drucker eine automatische Erkennung von Druckfehlern und bietet die Möglichkeit, mit der eingebauten Kamera Zeitraffervideos zu erstellen.

Der Drucker hat sich bereits bei unseren Maker Monday bewährt und den Flaschenhals bei 3D-Drucken deutlich reduziert. Das im Zeitraffer dargestellte Handrad zum Beispiel ist Teil der 3D-gedruckten Druckpresse geworden, die auf dem Chaos Communication Congress im Einsatz war. Wir sind gespannt, was unsere Nutzer*innen aus den neu gewonnen Möglichkeiten schaffen werden.

Der Sprudelfaktor – Monatsbericht Januar 2024

Schon wieder ist ein Monat vorbei, Zeit für den Rückblick auf den Januar! Mit 18 öffentlichen Veranstaltungen, einem offiziellen Besuch bei uns und mindestens einem Auswärtstermin haben wir zum Jahresauftakt gleich einen neuen Rekord geschafft.

Ganz regelmäßig finden die zweiwöchentlichen Maker Mondays statt, und bei beiden Terminen waren sie wieder ein Publikumsmagnet mit je 30 bis 40 Anwesenden, die in der Holzwerkstatt, an den 3D-Druckern oder am Lasercutter arbeiteten. Am 8.1. fiel der Makermonday zudem mit dem Nähcafé zusammen, so dass vorne geschnitten und genäht wurde, während hinten im Haus Fräsen und Leimen dran waren. Drei Mal traf sich die Gruppe um The Things Network/LoRaWAN zu ihren offenen Abenden, zwei Mal ging es bei Capture The Flag/PPP um die spielerische Annäherung an Prinzipien der IT-Sicherheit, und fünf Mal beschäftigten wir uns bei Live Let’s Plays mit verschiedenen Themen rund um aktuelle Computerspielekultur.

Auch Freies Wissen stand im Januar zudem ganz selbstverständlich auf der Tagesordnung: Wir näherten uns mit einer Einführung in Wikifunctions mit mehreren Interessierten diesem mächtigen Werkzeug, das im Zusammenspiel mit Knowledge Graphs fast wie Magie wirkt. Ein solcher Knowledge Graph ist die Freie Wissensdatenbank Wikidata, und bei Wikidata loves Basketball fuchsten sich mehrere Aktive in die Frage hinein, wie sie über Basketball-Bundesliga-Spieler-IDs Eigenschaften wie Größe oder Gewicht von tausenden Basketballspielern maschinell in Wikidata importieren können. Nicht zuletzt traf sich auch der OpenStreetMap-Stammtisch wieder in unseren Räumen.

Am 10.1.2020 wurde zum ersten Mal F.U.C.K. aus unserer Community für die Region organisiert. Und so gut FLINTA* Und Computer Kram (so heißt das ausbuchstabiert) von Anfang an besucht war, blieben nur wenige Wochen der Normalität vor… naja, ihr wisst schon. Umso toller ist es, dass fast exakt vier Jahre später am 07.01.2024 F.U.C.K. am neuen Ort wieder startete. Zwei Termine fanden im Januar bereits statt. Ab jetzt wird es dieses Treffen alle zwei Wochen bei uns geben – und das freut uns sehr!

Besuch aus Offenbach

Gruppenbild mit anwesenden Aktiven und der Besucher*innengruppe aus Offenbach unter dem Flipdot-Anzeiger

Im Januar haben wir auch die schon vom Weinhof altbekannte Tradition fortgesetzt, zu zeigen, wofür wir stehen: Eine Delegation aus Offenbach von der dortigen Stabsstelle Digitalisierung, der Stadtbücherei und dem Digital Retro Park waren zu Besuch und ließen sich von uns erzählen, warum wir tun was wir tun, wie wir ab den frühen 2010ern mit der Stadt Ulm zusammenarbeiteten und wie wir jetzt die Digitalisierung in der Doppelstadt begleiten und voranbringen möchten. Wir bedanken uns herzlich für den offenen Austausch und die Mitbringsel! Wer aus erster Hand erfahren möchte, was wir tun und wie wir das tun: Wir freuen uns wie von Anfang an über Besuche! :)

Auswärtstermin in Fürth

Gruppenbil der Teilnehmerinnen beim Workshop in Fürth. CC BY 4.0 Kaethe17

Bild, von Kaethe17, CC BY 4.0

Es waren nicht nur Menschen bei uns, sondern Aktive aus unserem Raum waren auch anderswo unterwegs. Eli war beim Workshop zum Umgang mit Antifeminismus im FürthWiki-Laden, einem weiteren lokalen Community-Raum, der von Wikimedia Deutschland unterstützt wird. Das FürthWiki ist als eines der immer noch aktiven und sehr umtriebigen Stadtwikis ein total spannendes Projekt, bei dem es vor allem um die Bewahrung der Stadtgeschichte (zum Beispiel Straßen und ihre Geschichte und ihre historische Benennung) geht – aber auch um die Digitalisierung von Artefakten und historischen Dokumenten, so dass sie Teil des Freien Weltwissens werden können.

Wer sich für solche Veranstaltungen interessiert: Das WikiMUC in München wird im Mai einen Editathon zu Künstlerinnen der Villa Stuck veranstalten!

Außerdem hatten wir uns auf dem Chaos Communication Congress weiter mit Hackspaces aus unserer Gegend vernetzt, u.A. mit Heilbronn, Tübingen, Backnang, Aalen und natürlich dem freiraum in Ulm. Hier gab es bereits gegenseitige Besuche, die wir in den kommenden Monaten noch weiter ausbauen werden.

Weitere Umbauarbeiten im SpoSo

Blick auf die Eingangstür. Dani montiert auf dem Boden das Schienensystem für die Molton-Montage.

Neben all den öffentlichen Terminen gab es wie immer noch eine ganze Reihe interner Arbeitstreffen, Experimentierabende und Projektarbeiten. Nach wie vor bauen wir an der Hausinfrastruktur weiter, und im Januar kam unter anderem ein Moltonvorhang an einem Schienensystem an der Eingangs-Glastür dazu. Die Glastüren haben nämlich beeindruckende Spaltmaße, durch die im Winter ordentlich der Wind pfeift. Der Molton sorgt hoffentlich künftig dafür, dass nicht allzu viel Wärme unnötig durch die Türe verloren geht, wenn die Räume geschlossen sind.

Vor der Montage standen die Tischbeine mit Wackelaugen ausgestattet bereit

Außerdem haben wir einige weitere Zugänge aus der DSEE-Förderung zusammengebaut und installiert: Aus der Sammlung von Tischbeinen und -Platten haben wir fertige Tische aufgebaut. Im Hackcenter ergänzen nun mehrere rollbare Tische und Stühle die vorhandenen Sitz- und Arbeitsgelegenheiten.

Der Trinkwasserspender in all seiner Pracht. Sein Display und die Zapfnase leuchten blau, Karaffen für das Wasser stehen daneben bereit.

Und in der (in den vergangenen Monaten von den Menschen des Haus der Nachhaltigkeit aufgebauten) Küche beim Eingangsbereich steht nun ein Trinkwasserspender. Wer einfach nur gekühltes, gefiltertes und auf Wunsch auch sprudelndes Wasser trinken möchte, bekommt das nun gratis am Wasserspender – das war ein lange gehegter Wunsch, den wir durch die Förderung nun endlich umsetzen konnten.

Ordnung trotz Chaos – Neue Regale und Lagerkisten

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, in der wir einige unserer neuen, wertvollen Anschaffungen vorstellen möchten, die wir dank einer Förderung durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt umsetzen konnten.

Seit unserem Einzug in Neu-Ulm leben wir an manchen Stellen immer noch aus den Umzugskartons, in denen unsere Materialien knapp ein Jahr lang eingelagert waren. Am Weinhof konnten wir viele unserer Geräte und Gegenstände in Einbauschränken aus Sparkassenzeiten unterbringen. Wir hatten zwar schon Ende 2021 einige Schwerlastregale und Lagerkisten beschafft, die uns die Betriebsaufnahme vor allem in der Werkstatt seit September sehr vereinfacht haben. Durch die Förderung konnten wir nun weitere Industrieregale, Sichtlagerboxen und Lagerkisten beschaffen, mit denen wir gerade nach und nach die verbleibenden Umzugskartons auflösen und unser vielfältiges Material zugänglicher und übersichtlicher organisieren können.

Auch im Backstagebereich können wir jetzt sortieren: Wo sind die DI-Boxen, wo die XLR-Adapter und wo die Dinge, die furchtbare Dinge mit HDMI machen?

Egal ob Netzteile mit verschiedenen Spannungen für Hardwareprojekte, Teilesortimente für Workshops oder die Veranstaltungstechnik im Bühnenbackstage, alles kann nun einen definierten und beschrifteten Platz bekommen, so dass es bei Bedarf schnell gefunden und nach Gebrauch wieder an den richtigen Platz zurückkehren kann.

Nicht zuletzt konnten wir einen umfangreichen Grundstock an persönlichen Lagerkisten beschaffen. Jedes aktive Mitglied kann dadurch eine Kiste haben, in der eigenes Material zwischengelagert sein. Seien es um aktuelle Projekte zwischenzulagern, wenn man gerade nicht daran arbeitet, persönliche Gegenstände, eine Packung Tee oder auch die gemütlichen Hausschuhe, die man gerne im Haus tragen möchte.

Ordnung für persönliche Gegenstände und Projekte!

Bei den persönlichen Lagerkisten haben wir uns für klassische graue Euronormbehälter im Maß 40cm × 30cm × 22cm entschieden. Das ist ein guter Kompromiss zwischen genug Platz und nicht zu viel Platz. Die momentan 64 Kisten müssen ja auch gelagert werden. Selbst auf über 1000 Quadratmetern wird es auch mal knapp. Und, sind wir ehrlich, große Kiste bedeutet auch schnell große Unordnung.

Auch das Fluepdot freut sich

Aktuell gestaltet jede Person ihr Label selbst, aber vielleicht gibt’s in naher Zukunft auch schicke, aber trotzdem pesonalisierte gemeinsame Labels. Hauptsache ist gerade: Wir sind wie von Anfang an chaotisch organisiert, organisieren aber unser Chaos, wo es geht.

Silvesterglück – Monatsbericht Dezember 2023

Das erste Silvester im neuen Haus ist gefeiert, der Dezember und das damit verbundene Jahresendfieber sind abgeschlossen. Zeit für einen Rückblick!

Der Flipdot-Anzeiger ist jetzt fest an der Wand montiert und zeigt Dinge an – hier zum Beispiel, dass heute LoRa-Abend war.

Der Dezember ist durch die Feiertage, Weihnachtsfeiern und den Chaos Communication Congress immer ein besonderer Monat. Dementsprechend hatten wir auch „nur“ elf öffentliche Veranstaltungen, die dafür aber wieder gut besucht waren. Alleine der Maker Monday lockte wieder 25 wiederkehrende und neue Besucher*innen in unsere Räume. Auch das monatliche Nähcafé mit der Hochschulgruppe für Nachhaltigkeit ist eine feste Größe in unserem Programm geworden. Vier Live Let’s Plays luden bei Wohnzimmeratmosphäre in das Eintauchen in die Gaming-Welt ein, zweimal traf sich die Gruppe von The Things Network/LoRaWAN zu einer Öffnungszeit, und zweimal konnten IT-Sicherheitsinteressierte bei Capture the Flag-Abenden teilnehmen. Und nicht zuletzt gab es auch wieder den monatlichen OpenStreetMap-Stammtisch.

Umbauten und Förderendspurt

All die Angebote waren von stetiger Geschäftigkeit begleitet, die schon im November begonnen hatte und im Dezember in die heiße Phase ging. Wie beschrieben konnten wir eine Förderung der DSEE einwerben, mit der wir noch fehlende Ausstattung beschaffen konnten. Und während wir Anfang November noch mit der Auflistung beschäftigt waren, was wir noch alles brauchten und woher wir das bekommen, war im Dezember praktisch jeden Tag ein Teil des Beschaffungsteams im Haus unterwegs. Beinahe täglich trudelten Lieferungen ein, die es auszupacken, zu inventarisieren und zu verstauen galt.

Festinstallation statt Provisorium: Auf drei recycelten Monitoren wurde ein fest eingebauter Wegzeiger, mit dem auf einen Blick klar wird, was gerade in welchem Teil des Hauses passiert.

Einiges davon galt dem Ausbau der gemeinsam mit dem Haus der Nachhaltigkeit genutzten Gebäudeinfrastruktur selbst. Der im Oktober noch auf unserem Flip-Display erprobte Hauswegweiser läuft mittlerweile auf einem selbstgebauten festinstallierten Display am Eingang und zeigt an, welche Veranstaltung heute wo läuft. Und auch ein anderer Anzeiger hängt jetzt fest installiert an der Wand. Eine Fußgängerampel und eine LED-Anzeige stellen nun schon von weithin dar, ob die barrierefreie Toilette im Erdgeschoß gerade frei ist oder nicht.

Auf einen Blick: Ist die barrierefreie Toilette frei oder besetzt? Mit Fußgängerampel auch um die Ecke sichtbar.

Eine kleine Herausforderung war von Anfang an die Beleuchtung in den Räumen. Bei der früheren Benutzung als Sportgeschäft wurde morgens alles von zwei Stellen aus zentral ein- und abends alles ausgeschaltet. Das ist prima für ein Geschäft – aber etwas schwierig, wenn man anhand mehrerer Reihen unübersichtlicher Schalter zuordnen muss, wo man gerade gerne Licht hätte. Weil natürlich möchten wir auch nur dort beleuchten, wo es gerade wirklich Bedarf dafür gibt. Quasi über Nacht hat sich Seppi der Sache angenommen und Anhänge-Labels mit dem Lasercutter angefertigt, damit auf einen Blick klar ist, welche Leuchtengruppe mit welchem Schalter geschaltet wird.

Durch die Anhänger wird nachvollziehbarer, welche Leuchtengruppe von welchem Schalter in welchem Verteiler geschaltet werden kann.

Genau wie die alten Räume am Weinhof ist auch das ehemalige SpoSo-Gebäude ein Leuchtstoffröhrenparadies: Über 250 Leuchtstofflampen waren das Ergebnis der ersten Inventur im Mai. Und schon am Weinhof machte uns das Kopfschmerzen. Denn die Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie bedeutet ein Verkaufsverbot der typischen T8-Leuchtstoffröhren seit August 2023. Früher oder später hätten kaputt gegangene Leuchtstoffröhren also sowieso gegen LED-Ersatz getauscht werden müssen.

Wir hatten uns schon beim Umbau ab Mai gemeinsam mit dem HdN entschlossen, in einem ersten Angriff nicht nur die schon angeschlagenen und flackernden Leuchten zu modernisieren, sondern im selben Aufwasch gleich ganze häufig benutzte Leuchtengruppen umzurüsten. Das macht sich auch wirklich im Energieaufwand bemerkbar: Vorher verbrauchte schon die (häufig eingeschaltete) „kleine“ Durchgangsbeleuchtung in der Holzwerkstatt 200 Watt. Nach der Umrüstung benötigt selbst die vollständige Beleuchtung der gesamten Werkstatt nur noch 220 Watt – und ist dabei sogar noch heller als zuvor.

Die DSEE-Förderung machte es nun möglich, die restliche Beleuchtungsmodernisierung deutlich zu beschleunigen. Auch für die noch rund hundert verbliebenen Leuchtstoffröhren haben wir nun LED-Ersatz und können sie bald in gemeinsamen Arbeitseinsätzen tauschen. Und das spart uns künftig nicht zu knapp Geld!

Das alles ist derweil „nur“ der „langweilige“ Teil all der neuen Beschaffungen. Viel spannender sind die neuen Geräte und Ergänzungen – diesen möchten wir aber den ihnen gebührenden eigenen Raum in eigenen Posts widmen :)

Wir haben Lust auf Jugendarbeit!

Jugendarbeit und das Programm „Jugend hackt“ sind eng in unsere Community verwoben. Aus der Studierendengruppe, die 2015 Jugend hackt als einen von damals vier regionalen Ablegern nach Ulm gebracht hatte, kam auch die Idee zu einem Ort in der Stadt für all unsere Aktivitäten. Durch unseren erzwungenen Auszug und der Streichung der Mittel für das Jugend-hackt-Lab auf Antrag der Ulmer CDU-Fraktion konnten wir leider kein Jugendprogramm mehr anbieten. Seit unserer Wiedereröffnung ist dieses Thema aber weit oben auf unserer Prioritätenliste – und Eli fuhr deswegen im Dezember zum Vernetzungstreffen der Jugend-hackt-Orgateams nach Leipzig.

Der Eingang zur dezentrale in Leipzig beim Jugend-hackt-Vernetzungswochenende

Neben dem obligatorischen Besuch in der dezentrale, einem der Hackspaces in Leipzig, tauschten sich die regionalen Jugend-hackt-Teams ein Wochenende lang im Coworking Space „Urban Jungle“ aus. Und Eli konnte viele Ideen mitnehmen, wie wir nicht nur unsere Liste quasi schon fertiger Workshopideen für eine Wiederbelebung des Jugend hackt Labs verwenden können, sondern welche Ideen für politische Bildung noch mehr in das Programm einfließen können.

Denn natürlich geht es bei Jugend hackt nicht allein darum, mit Technik umgehen zu können. Seit Anfang an gehört auch die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle von Technologie und Code und der damit verbundenen Macht in der Gesellschaft dazu. Diese Selbstwirksamkeit insbesondere auch den bisher Macht-vollen Institutionen spiegelte sich über die Jahre nicht nur in den Jahresmottos wider.

Jahresende auf dem 37. Chaos Communication Congress in Hamburg und Silvester im gemeinsamen Haus

Neben dem Förder- und Auspackendspurt gab es aber noch eine weitere Vernetzungsgelegenheit, bei der auch Jugend hackt eine Rolle spielte: Zum ersten Mal seit 2019 gab es wieder einen Chaos Communication Congress, und auf dem 37C3 war natürlich unter unserem neuen Namen wieder eine Delegation dabei – so wie schon auf vielen Congressen vorher.

Eli trägt eine selbstbestickte Temporärhaus-Schürze und zeigt eine Druckvorlage vor.

Zwischen Weihnachten und Silvester wurde das Congress Centrum Hamburg wieder zu einem fast magischen Ort, wie man auf den Bildern erahnen kann. Und dort sorgte Eli im Auftrag von Jugend hackt dafür, dass es nicht nur Vorträge zu sehen gab, sondern auch Dinge zum Anfassen und mitmachen. Eigentlich nur für den Junghacker*innentag gedacht, entwickelte sich der Kunst- und Druckworkshop mit den bei uns im Haus 3D-gedruckten Druckerpressen nach Anleitung des OpenPressProject zu einem wahren Publikumsmagneten. Und so gab es gleich zwei weitere Workshoptage, an denen Menschen Linolplatten oder Tetrapacks zu Druckvorlagen schnitzen konnten, um ganz persönliche Kunstdruck-Andenken vom Congress mitzunehmen.

Ganz viele Drucke trocknen beim Druckworkshop auf dem 37c3 auf zwei Tischen, die mit Zeitungspapier ausgelegt sind

Zwar gab es bei diesem Congress nicht die gewohnte riesige und von uns mitbespielte WikiPaka-WG, aber unsere Aktiven waren nicht nur bei der Jugendassembly aktiv – wo auch die Druck-Workshops stattfanden – sondern auch beim direkt daneben gelegenen Bits-und-Bäume-Habitat mit Aktivitäten rund um Freies Wissen wie OpenStreetMap und Wikipedia. Das machte Lust, beim 38C3 noch eine Schippe mehr draufzulegen!

Sowohl für die im Laufe des Silvestertags vom Congress zurückkehrenden wie auch für die zuhause gebliebenen war dann unser gemeinsam von temporärhaus und Haus der Nachhaltigkeit bespielter Ort ein perfekter Ort, um am Abend das vergangene Jahr Revue passieren und den Beginn eines neuen Jahres gebührend zu feiern. Wer hätte das noch 365 Tage vorher träumen können?

Anstoßen und Wunderkerzen – was für ein glücklicher Abschluss eines tollen Jahres!

Denn das war wirklich ein ereignisreiches Jahr. Im Januar hatte uns die Südwest Presse gefragt, was wir (und ein anderer Space) in 2023 vorhaben. Und mit dem Ergebnis müssen zumindest wir uns nicht verstecken: Wir hatten uns neue Räume gewünscht, wollten die Verbindung mit Jugend hackt mit neuem Leben füllen und unsere Idee eines Gegenmodells zu Hochglanz-Digitalisierungsfassaden weiter tragen. Einen Einzug, eine fulminante Eröffnungsparty und zufällig genau 42(!) öffentliche Angebote in 2023 später würden wir sagen: Das hat ganz gut geklappt :)

Jahresendfieber – Monatsbericht November 2023

Es ist schon Mitte Dezember und draußen war schon ein paar Mal so richtig Winter – und wenn ihr euch jetzt fragt, warum wir so wenig gepostet haben, findet ihr weiter unten die Antwort – Spoiler: Es hat mit euren Spenden und einer unverhofften Förderung zu tun, mit der wir gerade bis zum Jahresende beschäftigt sind. Mit beiden gemeinsam stellen wir bis zum Januar im neuen Haus noch einen besseren Zustand her, als ihr ihn schon am alten Ort gewohnt wart <\3

Das war der November

Im November hatten wir einmal mehr 14 öffentliche Veranstaltungen, also beinahe jeden zweiten Tag eine für Alle zugängliche Veranstaltung – davon auch wieder mehrere Events gemeinsam mit dem Haus der Nachhaltigkeit, mit dem wir immer enger zusammenarbeiten.

Hacken mit Nähmaschine und Bügeleisen: Wir möchten bei uns ganz verschiedene Gruppen zusammenbringen, damit sie Selbstwirksamkeit erfahren können

Wie jeden Monat lockte das gemeinsam mit der Hochschulgruppe für Nachhaltigkeit veranstaltete Nähcafé rund 20 Menschen an, die auf unserem wachsenden Inventar von Näh- und Overlockmaschinen Textilien umarbeiteten, reparierten und verbesserten. Dazu gab es ein gemeinsames Treffen mit der HSGN und dem Haus der Nachhaltigkeit Anfang des Monats, bei dem rund 30 Menschen anwesend waren.

Bei uns ausgefräst und ausgestemmt: Ein schöner Hundenapf-Halter aus Vollholz. Wuff!

Auch die Maker Mondays mit offener Holzwerkstatt, 3D-Druck und Lasercut erfreuen sich anhaltender Beliebheit. Bei den beiden Terminen im November waren jeweils rund 30 Personen anwesend. Und wir freuen uns auch über die vielen Projektbilder, die uns Menschen von den bei uns gebauten Dingen schicken, wenn sie fertig sind – zum Beispiel den schönen Hundenapf-Halter auf dem Foto oben. Noch länger als den Maker Monday gibt es in unserer Community nur den Austauschabend zu The Things Network/LoRaWAN, der ebenfalls zwei Mal im November stattfand.

Auch der Makespace mit seinen nicht alltäglichen Geräten lockt nach wie vor viele Menschen zu uns

Schon am alten Standort gab es regelmäßigen Austausch zu IT-Sicherheitsthemen: Capture The Flag (CTF) heißen diese Treffen und Wettbewerbe, die im Weinhof zum regelmäßigen Programm gehörten und im November wieder mit der alt bekannten Crew angelaufen sind, was uns sehr freut! Es melden sich aber auch Menschen mit ganz neuen Programmpunkten: Der Hydra Live Coding Workshop zeigte allen Interessierten die Video-Synth-Codingsprache Hydra. Was uns bei diesen wie auch anderen Angeboten immer wieder freut ist, dass wir einerseits eine stetig wachsenden Basis an Stamm-Besuchenden für unser regelmäßiges Angebot haben. Es melden sich aber auch immer wieder Menschen mit spannenden neuen Themen, zu denen dann auch ganz neue Gesichter hinzustoßen. Es lohnt sich also auf jeden Fall, unseren Kalender immer im Blick zu behalten!

Dort findet ihr als regelmäßigen Punkt nun auch den OpenStreetMap-Stammtisch, bei dem sich schon seit vielen Jahren Interessierte und Beitragende aus der Region zum Austausch treffen – und seit November in unseren Räumen, was uns sehr freut. Und auch die Live Let’s Plays zu aktueller und Vintage-Gamingkultur erfreuen sich beinahe jede Woche großen Zuspruchs – im November zu vier Terminen.

Hinzu kamen wie in jedem Monat mindestens so viele interne Bau-, Organisations- und Planungstermine, um das gemeinsame Haus und die Angebote weiterzuentwickeln. Und nicht zuletzt wegen einer schönen Jahresendüberraschung.

November- und Dezemberfieber: Wir bauen aus!

Oben haben wir es schon angerissen: Bei uns tut sich (schon wieder) etwas. Seit dem Sommer sind wir nun dabei, all unser Inventar aus Kisten zu packen und wieder in Betrieb zu nehmen. Und spätestens seit wir im September wieder geöffnet haben, wurde nach und nach klar, was uns alles an Einrichtung für einen guten Betrieb fehlt, weil das noch im Weinhof als Stadt-Inventar irgendwo lagert.

Wir sind sehr sehr dankbar, dass so viele Menschen aus Nah und Fern uns über all die Zeit durch Fördermitgliedschaften oder auf betterplace mit direkten Spenden für Wiederbeschaffungen unterstützt haben. Seit November sind wir nun dabei, all die fehlenden Geräte und Maschinen wieder zu beschaffen.

Da ist was in der Postfiliale gelandet – aber ohne großes Lastenrad bekommt man das gar nicht so einfach ins Haus!

Ganz unverhofft kam kurzfristig auch eine Fördermöglichkeit durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) hinzu. Die Stiftung hatte uns bereits Ende 2021 so großzügig gefördert, dass wir die damalige Ausstattung und unsere damit verbundenen Fähigkeiten auf ein wirklich traumhaftes Niveau heben konnten. Das war aber damals noch als Ergänzung zur bestehenden, von der Stadt beschafften Basisausstattung gedacht. An vielen Stellen hatten wir die vorige Ausstattung durch bessere Geräte ersetzt, nachdem wir Erfahrung und Know-How gewonnen haben, was so ein Ort braucht und was gut für Publikum nutzbar ist. Bei anderen Teilen gingen wir Ende 2021 aber noch davon aus, das Vorbildmodell eines von engagiertem Ehrenamt geprägten Dritten Ort in städtisch finanzierten Räumen fortführen zu können.

Durch die Förderung der DSEE können wir die Wiederbeschaffung der Ausstattungslücken nun deutlich beschleunigen, was uns die qualitative Ausweitung unseres Angebots erlaubt. Und nicht zuletzt können wir dadurch auch einige energetische Maßnahmen fortführen, um das charmante aber stellenweise etwas in die Jahre gekommene Gebäude mit etwas weniger Energieaufwand bespielen zu können.

Mit vernetzten Heizungsthermostaten, abgesetzten Thermometern und mit dem Wissen um die Außentemperatur können wir die Räume hoffentlich etwas energieeffizienter warm halten.

Das nimmt natürlich unsere Freizeit ganz schön in Anspruch – wir haben in den letzten Wochen unseren Beschaffungsplan auf Vordermann gebracht, Warenkörbe zusammengestellt und Vergleichsangebote eingeholt. Und nicht zuletzt müssen die eintrudelnden Bestellungen entgegengenommen, inventarisiert und einsortiert werden. Wenn wir stellenweise etwas weniger posten oder E-Mails ein wenig länger brauchen: Es könnte daran liegen :D

Aussuchen ist die eine Sache, Bestellen die andere. Aber dann bleibt immer noch die Inventarisierung!

Wir möchten euch unsere neuen Dinge aber natürlich so schnell wie möglich zugänglich machen. Es lohnt sich deshalb nach wie vor, bei uns reinzuschneien. Und wenn zwischen Bestellen, Auspacken und Abrechnen noch genug Zeit ist, wollen wir euch die schönsten Anschaffungen auch hier und auf unseren Social-Media-Kanälen zeigen :)